zur Person

Eine interdisziplinäre Ausbildung zwischen Naturwissenschaften und Kunstgeschichte, 34 Jahre praktischer Museumsarbeit in einem der größten Museumskomplexe im deutschen Sprachraum – den Pinakotheken in Bayern – und die erfüllende Tätigkeit im Doerner Institut, zuletzt als Direktor dieser international anerkannten Einrichtung, eine fast 20 jährige Lehrtätigkeit in der Präventiven Konservierung an der Technischen Universität München wie auch zahlreiche Publikationen bilden mein Rüstzeug für meine Arbeit.  Aktuell sind dies die Themenkreise Technische Kunstgeschichte, Biographiearbeit und Erinnerungsarbeit im Umkreis der „NS-Euthanasie“.

Einbeschrieben in Handels- und Pharmaziegeschichte, irgendwo zwischen Technischer Kunstgeschichte und Massendaten lokalisiert, findet sich mein aktuellstes Projekt: Die historische Materialkammer. Die seit 2021 von mir erarbeitete Webseite erlaubt einen Zugriff auf in Apotheken und von Materialisten gehandelte Farbwaren, Bildmitteln, Farbstoffen, Hilfsstoffe und anderen Materialien. Der dabei erfasste Zeitraum von 1475 bis rund 1830 wird durch die Verfügbarkeit von Primärquellen wie Preislisten oder Inventaren bestimmt. Seit Oktober 2024 ist die Seite online und wächst täglich. Das Ergebnis ist ein nie gesehenes Panorama an bunten, klebrigen, wohlriechenden, kostbaren, harzigen und pulvrigen Materialien.

Aus dem im Keller des Zentralinstituts für Kunstgeschichte aufgefundenen Aktenmaterial von rund 16.000 Schriftstücken und rund 1.000 Fotoplatten entstand mein Buch zu Max Doerner und seinem Reichsinstitut für Maltechnik, das 2016 erschien. Der sich daraus entwickelnde Rückblick auf die Gründungsgeschichte des Doerner-Institutes hat zwischenzeitlich internationale Anerkennung gefunden. Dass sich hierbei der Kunsthistoriker Walter Gräff immer mehr ins Bild schob, ja seine Untersuchungsstelle an der Alten Pinakothek heute als Keimzelle des heutigen Doerner Institutes gesehen werden muss, war unerwartet.

In den vergangenen Jahren befasste ich mich immer wieder mit Fragen der „NS-Euthanasie“. Auch wenn sich mein Buch Versandung. Annäherung an eine einzige gesprochene Andeutung auf ein einzelnes Schicksal konzentriert, fügt es sich nahtlos in die aktuelle Forschungslandschaft zur Zwangssterilisation und „NS-Euthanasie“ ein. Themen finden ihre Autoren und nicht umgekehrt. Das schwere, an manchen Tagen zu schwere Thema ist also nicht frei gewählt, doch entwickelte es sich zu einer tiefen Verpflichtung, der Verbrechen der NS-Zeit immer wieder erneut zu erinnern. Und zugleich sucht meine Arbeit Ermutigung für viele zu sein, die Geschichte ihrer ermordeten Angehörigen zu erzählen.

Meine Erfahrungen als Wissenschaftler und Praktiker dokumentiert sich in zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen, in Lehrtätigkeit und der Betreuung zahlreicher Schüler, in einem ausführlichen Lebenslauf und Sonstigem.